Theater "Die Käuze"


Englische Woche 2016

Im Rahmen der deutsch-englischen Theaterbegegnungen gastiert das Lace Market Theatre aus Nottingham vom 16.05. bis zum 18.05.2016 wieder in zwei Karlsruher Theatern.

Das Jakobus-Theater und das Theater "Die Käuze" Karlsruhe laden alle vier Jahre das Lace Market Theater nach Karlsruhe ein. Umgekehrt sind beide Theater regelmäßig in Nottingham zu Gast. Das Lace Market Theater wird im Jakobstheater und im Theater "Die Käuze" jeweils mit einem Stück drei Gastaufführungen haben. Alle zwei Jahre werden so eine lebendige Theaterpartnerschaft gefeiert und lange Freundschaften gepflegt. Der Theateraustausch existiert bereits seit 1982.

Es ist interessant zu sehen, wie die anderen Theater an eine Produktion herangehen. In diesem Zusammenhang soll auch wieder ein Gespräch mit den Besuchern im Anschluss an eine der Vorstellungen arrangiert werden, bei dem theaterinteressierte Jugendliche und Erwachsene Fragen zu dem Stück und der Theaterarbeit stellen können.

Gefördert über den Bund Deutscher Amateurtheater aus Mitteln des Auswärtigen Amtes.


Im Theater "Die Käuze" wird gespielt:

Ein Sommernachtstraum

Mo16.05.20:00 Uhr
Di17.05.11:00 Uhr, freier Eintritt (um Reservierung wird gebeten)
Mi18.05.20:00 Uhr

Im Sommernachtstraum geht es um romantische Liebe, doch nicht nur: Denn wie Shakespeare sagte: “Der Lauf der wahren Liebe war noch nie reibungslos”. Das Stück ist eine wundervoll poetische Darstellung verschiedener Facetten der Liebe: von Grausamkeit und Selbstbetrug bis zu Glück und Gelächter - im Verbund mit Fabelwesen und Verzauberung.

Das beliebteste Stück Shakespeares ist die perfekte Art, an den 400. Todestag Shakespeares (23.04.1616) zu erinnern.


Außerdem im Jakobus-Theater:

Benefactors

Mo16.05.20:00 Uhr
Di17.05.20:00 Uhr
Mi18.05.11:00 Uhr, freier Eintritt (um Reservierung wird gebeten)

In Benefactors von Michael Frayn geht es zum einen um die Beziehung zwischen zwei Paaren, dem liberalen Architekten David und seiner praktischen Frau Jane, einer Anthropologin, und dem zynischen Journalisten Colin und seiner hoffnungslos unpraktischen Frau Sheila.
Zum anderen wird David, der nachhaltige Sozialwohnungen bauen will und keine Hochhäuser, durch die Umstände genau dazu gezwungen.
Sheila wird seine Sekretärin, und die Spannungen zwischen dem Kreativen und dem Zerstörer nehmen ihren Lauf, sowohl im Städtebau als auch in der Ehe. In scharfzüngigen Dialogen entzünden sich die vier Charaktere zu intensivem Leben.

1984 uraufgeführt, gewann das Stück den Laurence Olivier Preis und den Evening Standard Preis als bestes neues Stück.

Die Amateurproduktion wird unter einer Sondervereinbarung mit Samuel French L. präsentiert.


Pressekritik
BNN Nr. 113 vom 18.05.2016

Faszinierend finster
Das Lace Market Theatre in Karlsruhe: „Ein Sommernachtstraum“

„Very British“ wird es dieser Tage wieder im Theater „Die Käuze“ und im Jakobustheater, denn das Lace Market Theatre aus Nottingham gastiert im Rahmen der deutsch-englischen Theaterbegegnungen in Karlsruhe. Seit 1982 besuchen sich die Schauspieler aus der Stadt der Robin-Hood-Legende und die Karlsruher Akteure zweijährlich. Dieses Mal präsentierten die britischen Darsteller mit dem „Sommernachtstraum“ von William Shakespeare einen Klassiker englischer Theaterkunst.
Das Stück Geschichte erhält durch das professionelle Ensemble unter Regie von Jane Herring einen Neuanstrich, der ein angepeitschtes Publikum ausgelassen stimmt. Die farbenfrohe, hellerleuchtete Hofgesellschaft steht der dunklen Feenwelt gegenüber, die im düsteren Wald bei Mondschein magische Rituale durchführt, umrahmt von einem mystisch—wilden Bühnenbild in dem grüne Stoffbahnen Unterholz andeuten, Lichterketten funkeln und über allem der gehörnte Mond steht.
Kunstvoll gefertigte elisabethanische Kostüme und die bäuerliche Gewandung der Spielleute bilden dabei einen deutlichen Kontrast zu den glitzernden und mit Blättern verzierten, naturbezogenen Kleidern der Waldbewohner. Dabei wird von Minute zu Minute immer klarer: Die Interpretation der Briten hat es auf die finster schattierten Seiten des träumerisch-zauberhaften Dramas abgesehen.

Die dunkle Seite William Shakespeares

Ein gekrönter Oberon (Andy Taylor) im mächtig grauen Herrscheranzug, ergänzt von einem pechschwarz funkelnden Puck (Chris Collins) — da kann einem schon mal mulmig werden. Denn Puck versteht es, die Menschenwelt intrigant durcheinanderzubringen, Collins ist die Rolle hierbei wie auf den Leib geschneidert. Dem steht die wuchtige Ausstrahlung der Titania (Kay Haw) in nichts nach, wenn sie einen überforderten Nick Bottom (Ian Smith) gekonnt reizvoll verführt, während dieser, von wunderschönen Feen umschwärmt, durchaus seinen Gefallen daran findet. Überhaupt mutiert er zum sympathischen Publikumsliebling mit seinen flauschigen Eselsohren und der einfältigen, aberwitzigen Komik.
Übertreffen kann ihn da nur noch eine dramatisch-verzweifelte Hermia (Ali Patrick-Smith), die auf den Knien rutschend ihrem angebeteten Demetrius mit ausdrucksstarker Mimik hinterher schmachtet. Möchte man im einen Moment noch mitfühlend seufzen, muss man im nächsten bereits wieder herzhaft lachen. Denn wenn Hermia auf ihre irritierte, quietschig-kreischende Freundin Helena (Chloe Senior) trifft und einen Streit vom Zaun bricht, den nicht einmal die Gründe der Auseinandersetzung, Lysander und Demetrius, beilegen können, retten nur noch Flucht oder Schwertkampf. Stimmen überschlagen sich, Herren kämpfen und Feen kichern. Letztlich ist „Saint Valentines“ vorbei, alle finden erwacht zu ihren rechten Partnern und ein fröhlicher Reigen bittet zur Schlusspirouette, die für begeisterte Beifallsstürme sorgt.

Elisa Walker