Theater "Die Käuze"


Kalif Storch

Märchen nach Wilhelm Hauff
von Gert Richter,
geeignet ab 5 Jahren
Regie: Larissa Kaufmann

Beginn: 16:00 Uhr
Dauer: 85 min, mit Pause
Spielzeit: November 2015 - März 2016
Premiere: 28.11.2015
Letztmals am 20.03.2016


Der Kalif von Bagdad ist ein eitler und unbarmherziger Herrscher. Der Großwesir kann daran nicht viel ändern - und verzweifelt regelmäßig an den Launen des Kalifen. Von einem Zauberer werden beide mit Hilfe eines Pulvers in einen Storch verwandelt. Der Zauberer selbst möchte die Herrschaft an sich reißen, Kalif und Großwesir müssen in Storchengestalt fliehen. Auf seiner Reise wird der Kalif geläutert und sieht seine Fehler ein… und begegnet einer verwunschenen Prinzessin, die in Gestalt einer Eule ihr Dasein fristet. Sie tun sich zusammen und wollen gemeinsam den Zauberer stürzen. Wenn das klappt wird der Kalif ein gerechter und nachsichtiger Herrscher sein.

Theaterzauber aus dem Morgenland.


Pressekritik
BNN Nr. 277 vom 30.11.2015

Ein Stück zum Staunen
Bei den Käuzen hatte „Kalif Storch“ Premiere

„Allahu akbar“ ruft der Muezzin vom Minarett. Den Ruf zum Gebet kann man auch im Schlafzimmer des Kalifen von Bagdad (Henric Bewerunge) hören, aber der braucht seinen Schönheitsschlaf („wirklich – da stimmt jede Linie. / Ich bin so schön wie eine Pinie“). Glücklicherweise hat er seine treue Dienerin Suleika (Tabea Hohmann), die den Haushalt in Schuss hält und auch dafür sorgt, dass der Kalif sich anständig wäscht – denn er scheut sich vor kaltem Wasser und wenn es lau ist passt’s ihm auch nicht – und sein Frühstück bekommt. Wenn er nicht Suleika und seine anderen fleißigen Diener (Lara Dlugosch, Fridolin Jordan und Lotte Sommer) hätte, wäre der Kerl echt aufgeschmissen.
Sehr religiös geht es bei diesem Kalifen nicht zu, er singt gerne (Musik von Tom Mercat), und Bagdad leuchtet mit goldenen Kuppeln, plätschernden Brunnen und allerlei Exotik. Natürlich, das Bild, das hier gezeichnet wird, ist ein romantisch verklärtes und stammt auch gar nicht von einem Araber, sondern von einem waschechten Schwaben: Wilhelm Hauff. Dessen Kunstmärchen „Kalif Storch“ feierte nun in einer Fassung von Gert Richter und unter der Regie von Larissa Kaufmann bei den Käuzen Premiere. Und die Käuze haben wieder einmal alles getan, damit ihre kleinen Zuschauer – das Stück ist ab fünf Jahren geeignet – was zu sehen, zu hören und zu staunen bekommen.
Denn der komisch-kauzige‚ eigentlich gutwillige, aber eben auch etwas gedankenlose Kalif und sein Großwesir (Pascal Tessin) werden durch ein Zauberpulver in Störche verwandelt. Damit ist der Weg frei für den bösen Zauberer Kaschnur (Dennis Golis). Für den Kalif Storch und den Großwesir, die leider vergessen haben, wie sie sich zurückverwandeln können, beginnt nun eine abenteuerliche Suche nach dem Menschsein.
Unterwegs treffen sie noch eine Eule (Luisa Cichosch), die eigentlich auch keine echte Eule ist, sondern eine verzauberte Prinzessin, und ein waschechtes Storchenballett (Liv Gruner, Lilien Herber, Aaliyah KliX und Niklas Scheen). Das prächtig gestaltete Bühnenbild und die fantasievollen Kostüme (Sabine Kaufmann) tun ein Übriges, dass man der Geschichte des Kalif Storch mit Begeisterung folgen kann. Wie es ausgeht, das kann man bei Hauff nachlesen oder aber – und das ist zu empfehlen – bei den Käuzen in der Waldstadt anschauen.

Jens Wehn