Theater "Die Käuze"


Monsieur Ibrahim und die Blumen des Koran

Gastspiel mit Günther Treptow

Einpersonenstück über das Buch, das schon den deutschen Jugendliteraturpreis erhielt. Es spielt im Paris der sechziger Jahre. Momo, ein zwölfjähriger jüdischer Junge, freundet sich mit dem alten arabischen Lebensmittelhändler aus der Rue Bleue an. Doch der Schein trügt: Herr Ibrahim, der Lebensmittelhändler, ist nicht Araber, die Rue Bleue ist nicht blau und das Kind ist vielleicht gar kein jüdisches Kind.

Mittwoch 13.03.2013 11:00 Uhr (für Schulklassen) und 19:00 Uhr
Dauer ca. 90min


Momo heißt eigentlich Moses und ist Jude. Er lebt in Paris, die Beziehung zu seinem Vater könnte kaum schlechter sein. Seine Mutter verließ die Familie nach der Geburt.
Momo findet Zuflucht beim Kolonialwarenhändler Monsieur Ibrahim. Der Muslim, von dem alle denken er sei Araber, nennt Moses fortan Momo. Zwischen den beiden entsteht eine ganz besondere Beziehung, die nach dem Selbstmord von Momos Vater in einer Adoption mündet. Doch schon vorher erklärt Monsieur Ibrahim Momo auf einfachste Art und Weise die Welt.
Der Junge lernt, was er mit einem einfachen Lächeln alles erreichen kann. Er gewinnt so an Beliebtheit bei der Lehrerin und den Prostituierten - nur beim eigenen Vater nicht. „Du brauchst eine Zahnspange“, ist dessen Antwort auf Momos neues Lächeln. Der Vater konfrontiert Momo immer wieder mit seinem älteren Bruder. „Popol, das Gegenteil meiner eigenen Nichtsnutzigkeit“, lautet zwischendurch die traurige Erkenntnis von Momo.
Doch Monsieur Ibrahim nimmt den Jungen mit auf eine Reise: zunächst beim Spazierengehen durch Paris, dann ans Meer in die Normandie und zu guter Letzt mit dem Auto quer durch Europa in Richtung Heimat von Monsieur Ibrahim. Beide haben keinen Führerschein - doch das ist etwas, dass sie eint, denn beide wissen, sich durch das Leben zu tricksen ohne jemandem etwas zu Leide zu tun.
Auf der Reise lernt Momo, seinen toten Vater nicht mehr zu hassen, und er lernt, dass sich Christentum, Islam und Judentum irgendwo in der Geschichte auf die gleichen Personen beziehen. Das passiert nicht von heute auf morgen, denn „die Langsamkeit ist das Geheimnis des Glücks“, weist ihm Monsieur Ibrahim den Weg.


Günther Treptow holte sich nach gleich zwei Aufführungen in der Alten Landesschule den verdienten Applaus für jede seiner Rollen ab. Im Gespräch mit den Schülern erklärte er, dass er sich mit jeder Person identifizieren müsse. Dass der Wiener das gemacht hat, war auf der Bühne zu sehen. Auch schnelle Wechsel in Dialogen brachte er überzeugend und bildhaft in die Köpfe des Publikums.
(Waldeckische Landeszeitung)