Theater "Die Käuze"


Hamlets Rache

von William Shakespeare, in einer Bearbeitung von Jürgen Nola
für Jugendliche und Erwachsene


Kein Theaterstück der Welt ist eine solche Herausforderung wie Hamlet. Es hat für jede Zeit und jeden Zeitgeist Interpretationsperspektiven und jede Deutung kennt eine Gegendarstellung. Ein Stück von unvergleichlicher Aktualität.

In aller Vielfalt ist wieder Einfachheit – das Stück ist sowohl ein Spiel über Politik, Spionage und Liebe, als auch über Einsamkeit; es ist ein Thriller und Krimi. Ein Mord, ein Mörder und einer, der den Mord rächen soll und der plötzlich vor einer Welt voller Korruption, Machtbesessenheit und Intrigen steht – eine Welt die aus den Fugen ist. Mit jedem Schritt öffnen sich neue Untaten, zerbricht das Gefüge der Gesellschaft und am Ende steht der Niedergang dieser morschen Zeit – und vielleicht die Hoffnung auf eine bessere...

Am Anfang des Stücks spukt der Geist des toten Königs auf der Terrasse des Schlosses Helsingör herum und redet mit niemandem. Erst seinem Sohn, dem Prinzen Hamlet, sagt er, dass sein Bruder ihn vergiftet habe, um König zu werden und die Königin zu heiraten. Hamlet soll diesen Mord rächen.

Der Offizier Marcellus hat recht: "Etwas ist faul im Staate Dänemark" munkelt er düster und während das weiteren Spiels verfault der Staat immer mehr.

Hamlet war zum Studium in Wittenberg. Mit der üblichen Germanisten-Depression eilt der Prinz bleich und missgestimmt durch das Schloss. Mal verdächtigt er jeden des Mordes, mal hält er den Geist des toten Vaters für eine Vision.

Hamlet lässt eine reisende Schauspielergruppe einen Mord darstellen und dieser gruppentherapeutische Versuch gelingt. Der neue König erträgt die Inszenierung nicht und verlässt den Saal. Für Hamlet ist jetzt die Sache endlich klar, sein Vater wurde tatsächlich ermordet. Jetzt geht die Rache los. Nacheinander werden alle Verdächtigen teils durch Hamlet umgebracht, teils bringen sie sich gegenseitig um. Ophelia erweist sich als einzig Vernünftige: Sie wird wahnsinnig und hat deshalb wenigstens die Chance, selbst für ihren Tod zu sorgen. Sie geht ins Wasser und ertrinkt. Hamlet ist sterbend damit einverstanden, dass der norwegische Prinz Fortinbras zu seinem Nachfolger wird. Mit dem Satz: "Der Rest ist Schweigen", gibt er seinen Geist auf.

Kurztext für Nervöse: Dänischer Prinz ist nach Studium in Wittenberg so verwirrt, dass er den gesamten dänischen Hof unter die Erde bringt.

Für Gebildete: Gebildete glauben weder an Gespenster noch an Gruppentherapie und was sie auf der Universität gelernt haben, vergessen sie sofort nach der Dissertation.