Theater "Die Käuze"


Biedermann und die Brandstifter

von Max Frisch
Ein Lehrstück ohne Lehre - geeignet für Jugendlichen und Erwachsene


In diesem Lehrstück für die Unbelehrbaren nimmt Frisch die Mitschuld des unpolitischen, stets anpassungswilligen Kleinbürgers am Aufkommen politischer Richtungen und Strömungen satirisch aufs Korn. Immer wieder wird in einer Stadt vor Brandstiftern gewarnt und Herr Biedermann ist außer sich, dass die Behörden nicht durchgreifen. Da tauchen bei ihm zwei verdächtige Gestalten auf, der Ringer Schmitz und der Kellner Eisenring. Aus Angst, sie abzuweisen, lässt er sie bei sich wohnen und umsorgt sie als Gäste. Er sieht, wie sie mit Benzinkanistern und Zündschnüren hantieren. Aber er überlässt ihnen sogar Streichhölzer, um sich auf jeden Fall als Freund zu erweisen und Vertrauen zu zeigen. So ermöglicht er die Brandstiftung, die Einäscherung eines ganzen Stadtteils.

Der Chor parodiert die griechische Tragödie und klagt, dass dieses politische Lehrstück ohne Lehre bleibt. Frisch übernimmt von Brecht die Form des Lehrstücks, setzt sie aber unmittelbar komödiantisch um. "Wo die Lüge regiert, ist die Wahrheit die sicherste Maske". Nie hat Frisch eine ähnliche Blankheit der gedanklichen und theatralischen Faktur erreicht, da bleibt kein ungelöster Rest.