Theater "Die Käuze"


Außer Kontrolle

Komödie,
von Ray Cooney
geeignet ab 12 Jahren
Regie: Marie-Rose Russi

Beginn: 19:30 Uhr, sonntags um 18:00 Uhr
Dauer: 120 min, inkl. Pause
Spielzeit: Oktober 2016 und April/Mai 2017
Premiere: 01.10.2016
Wiederaufnahme: 08.04.2017
Letztmals am 19.05.2017

Auszüge wurden in der Karlsruher Theaternacht am Samstag den 10.09.16 ab 18:00 Uhr jeweils zur vollen Stunde gezeigt.

Gefördert vom Ministerium für
Wissenschaft, Forschung und Kunst über den
Landesverband Amateurtheater
Baden-Württemberg e.V.

Mit Soundeffekten von http://www.freesfx.co.uk


Gelegenheit macht Liebe, denkt sich der Staatsminister Richard Willey und verabredet ein Tete-a-Tete mit Jane, einer Sekretärin der Opposition, in einer Suite des Westminster-Hotels.

Als plötzlich in der Hotelsuite eine Leiche entdeckt wird, muss George, der Sekretär des Staatsministers und Mann für alle Fälle, hinzugeholt werden.

Doch die Ereignisse eskalieren, da einige unerwartete Gäste auftauchen: der eifersüchtige Ehemann, ein geldgieriger Kellner, eine resolute Krankenpflegerin mit Liebeswallungen, der sehr auf Ordnung bedachte Manager des Hotels und nicht zuletzt die Ehefrau des Ministers. Als auch noch die Leiche Auferstehungstendenzen hat, gerät die Situation zunehmend außer Kontrolle.

Irrwitzige, turbulente Komödie.


Pressekritik
BNN Nr. 230 vom 04.10.2016

Schrecken und Scheintote
Die Käuze spielen die Komödie „Außer Kontrolle“

Die Suite 648 im Westminster-Hotel ist frisch renoviert: Rot, altrosa und mintgrün gestrichene Wände umrahmen einen Stilmix von ausgesuchter Scheußlichkeit. Zwei Türen zum Anklopfen und Hereinplatzen, ein Einbauschrank zum Verstecken, ein Schiebefenster - gern auch „Guillotine-Fenster“ genannt - und ein schrill klingendes Telefon bilden die typische Szenerie einer turbulenten Boulevardkomödie, in der die Situation ganz schnell „Außer Kontrolle“ gerät. So heißt das Stück des englischen Autors Ray Cooney, das nun im Theater Die Käuze Premiere hatte.
Eigentlich ist Staatsminister Richard Willey (Henric Bewerunge) gewohnt, die Dinge unter Kontrolle zu haben. In der Suite 648 des Westminster-Hotels hat er sich mit Jane Worthington (Larissa Kaufmann) verabredet. Pikant: Beide sind verheiratet, aber nicht miteinander. Zudem gehören sie gegnerischen politischen Lagern an. Alles ist vorbereitet, die Alibis stehen, Champagner, Kaviar und Austern sind bestellt. Doch aus der geplanten Liebesnacht wird nichts. Denn als die Gardinen aufgezogen sind, bietet sich nicht nur ein atemberaubender Blick über das abendliche London, sondern auch der aufrüttelnde Anblick eines leblosen „Körpers“, der im Schiebefenster eingeklemmt ist. Was nun?
Der eilends hinzugezogene Sekretär des Staatsministers, George Pigden (Ralph Hammerstiel) versteht zunächst gar nichts. Überhaupt scheint er nicht so ganz dazu geeignet zu sein, den Minister aus der misslichen Lage herauszuholen. Denn George muss erstens rechtzeitig wieder nach Hause kommen, damit sich seine Mutter keine Sorgen macht. Zweitens entdeckt er seine zuvor ungeahnten Talente als Frauenheld, was zu weiteren Verwicklungen führt ...
Souverän und in hohem Tempo leitet Regisseurin Marie-Rose Russi die Darsteller durch das Stück. In zwingender Logik folgt Komplikation auf Komplikation, während die Figuren sich in Lügen verstricken und aneinander vorbeireden. Die Pointen sitzen, das Fenster knallt immer im passenden Moment herunter und sorgt für Schrecken und Scheintote.
In regelmäßigen Abständen platzt der Hotelmanager (Siegfried Roth) herein, um jeweils zwei Männer in scheinbar eindeutiger Situation zu finden. Der Kellner (Wolfgang Schum) nimmt unterdessen die Gelegenheit wahr, immer höhere Trink- und Schweigegelder zu kassieren. Janes eifersüchtiger Mann Ronnie (Marius Schmidt) mit seinen überraschenden Heulanfällen und Richards ahnungslose Frau Pamela (Brigitte Schucker) stiften zusätzliche Verwirrung. In der Ausstattung von Sabine Kaufmann und Doris Fafejta spielen alle Darsteller ihre Rollen mit großer Begeisterung. Die Premierenzuschauer hatten viel zu lachen und spendeten am Ende lang anhaltenden Beifall.

Sibylle Orgeldinger