Der Fremde Gast (erstes Stück)

Die Hochmütigen (1973)

 

Theater "Die Käuze" - 50 Jahre


50 Jahre Theater "Die Käuze"

Der 27.10.1967 gilt als Geburtsstunde des Theaters "Die Käuze" e. V. . Damals entstand bei der Aufführung nach einer katholischen Jugendfreizeit der Wunsch, auch einmal öfters etwas einzustudieren und vorzuspielen und so gründete eine theaterverrückte Gruppe um Carl Kaufmann das Amateurtheater, das sich seither um einen abwechslungsreichen Spielplan bemüht. Carl Kaufmann, oder "Charly", seines Zeichens Tenor, Lehrer, Leistungssportler... war der erfolgreichste Karlsruher Leichtathlet mit zwei Olympischen Silbermedaillen im 400 m-Lauf und der 4x400 m Staffel 1960 in Rom. Er war auch Initiator und Mitgründer des SSC-Karlsruhe. Der Name „Die Käuze“ hat seinen Ursprung im Standort des Theaters: Es gibt auch heute noch in der Waldstadt Käuze. Das traditionsreiche Amateurtheater kam in der ehemaligen Notkirche der Pfarrei St. Hedwig in der Königsberger Str. 9 unter, wo es bis heute seinen festen Sitz hat. 1974 fand die Premiere von „Jedermann ´74“ in St. Hedwig statt. Mit „Jedermann“ tingelten „Die Käuze“ durch etliche Kirchen in Karlsruhe. Nach dem Tod von Carl Kaufmann 2008, der bis dato auf 131 Inszenierungen zurückblicken konnte, wurde die Theaterleitung von seiner Tochter Larissa übernommen. Obwohl es heute immer schwerer wird Menschen für das Ehrenamt zu begeistern, hat das Team weiter gemacht und freut sich nach wie vor immer über Zuwachs, sei es auf oder hinter den Kulissen.

Theaterarbeit: dazu braucht man vor allem Leidenschaft, aber auch Durchhaltevermögen.

Das Theater bietet 80-90 Vorstellungen und 3-4 Premieren im Jahr an und ist offen für Gastspiele. Aus der anfänglichen Laienspielschar wurde nach und nach ein nun fast schon semiprofessionelles Ensemble, das mit Begeisterung bei der Sache ist und sich gerne weiterentwickelt. Neben den traditionellen Märchenspielen für Kinder, stehen auch Produktionen für Erwachsene auf dem Programm. Seit 2009 arbeitet das Theater mit Profiregisseuren zusammen. Im Rahmen des Programms bietet es regelmäßig Vorstellungen für Kinder aus Waisenhäusern, freien Eintritt für Behinderte und verbilligten oder kostenlosen Eintritt für sozial Schwache an. Neben den Aktivitäten im eigenen Haus, werden nationale und internationale Verbindungen und Kontakte gepflegt. Zusammen mit dem Jakobustheater – Karlsruhe besteht seit 1982 eine Partnerschaft mit dem Lace-Market Theatre – Nottingham.

Das Theater sieht sich auch als Institution mit sozialen Auftrag: Seit 1968 gibt es eine Kinder- und Jugendgruppe, die Jungkäuze, mit Kindern im Alter von 6-16 Jahren, die aktiv neben den Erwachsenen Produktionen mitgestaltet. Das ist für die Käuze ein sozialer Auftrag. Wer das 16. Lebensjahr vollendet hat, wird am Ende des Jahres von den Käuzen offiziell als Jungkauz verabschiedet. Die meisten treten danach als aktive Mitglieder den Käuzen bei. Im Theater „Die Käuze“ kann jeder Theaterinteressierte erst einmal in die „Jungkauztreffen“ kommen, bevor er die Bretter betritt, die die Welt bedeuten. In den Treffen werden im 14-täglichen Rhythmus theaterpädagogische Übungen und Improvisationen gemacht, die auf das Spielen vorbereiten. Theater ist nicht nur eine sinnvolle Freizeitgestaltung, Theater gibt Selbstvertrauen, gibt Zusammenhalt im Team.

„Tradition ist Weitergabe des Feuers, nicht Anbetung der Asche“ (Gustav Maler) Nach diesem Grundsatz handelt das Theater „Die Käuze“ und greift auf Altbewährtes zurück, probiert aber auch mal Neues aus, wie die offene Bühne „Kleinkunst im Wald“, die seit 2017 die einzige offene Bühne in Karlsruhe ist. Kleinkünstler können dabei ihre neuen Texte dem Publikum präsentieren und ausprobieren.

Bis dato können die Käuze stolz auf 183 Inszenierungen 226 Gastspiele, und über 346.200 Zuschauer 4489 eigene Aufführungen zurückblicken (Stand Sommer 2017). Nach dem Motto unseres Theatergründers Carl Kaufmann, der immer sagte: „Erst sehen, was sich machen lässt, dann machen, was sich sehen lässt“, werden die Käuze auch weiterhin ihr Bestes für ihr Publikum geben.

Larissa Kaufmann (Theaterleitung)

 

Die Liebenden in der
Untergrundbahn (1981)

Arsen und Spitzenhäubchen (1992)